Inhalt ausblenden
»Mut gegen Gewalt« - Geestendorf Phase 1 (2002 - 2003)

Gewalttäter erfahren, dass sie selten daran gehindert werden zu bedrohen, zu verletzen oder zu rauben. Viel zu selten jedenfalls! »Das geht mich nichts an.« »Es ist nicht mein Problem.« »Jeder muss selbst sehen, wie er klar kommt.« Das sind Reaktionen von Menschen, die ihren Kopf und ihr Herz abwenden, um nicht eingreifen zu müssen, wenn andere in Not sind.

Der Präventionsrat Bremerhaven hat im Stadtteil Geestemünde die Aktion »Mut gegen Gewalt« ins Leben gerufen, die das Prinzip der Zivilcourage wiederbeleben soll. Auf Initiative des Stadtplanungsamtes und der Polizei Bremerhaven konnten bis zum Jahr 2006 insge- samt 125.000 Euro aus Mitteln der Europäischen Union eingeworben werden, um die Idee umzusetzen. »Mut gegen Gewalt« heißt ein Wir-Gefühl zu entwickeln, aufeinander zu achten, sich für ein Miteinander zu engagieren und somit auch zu besserer Lebensqualität im Wohnumfeld beizutragen.

Der präventive Arbeitsansatz für Geestemünde geht davon aus, dass durch ein zielgerichtetes Zusammenwirken aller Stadtteilinstitutionen und Einbindung der Bürger ein soziales Klima geschaffen werden kann, in dem Kriminalität im bisherigen Umfange nicht mehr entsteht. Da kriminelles Verhalten vielschichtige Ursachen hat, erschien es notwendig, möglichst auf allen Ebenen gesellschaftlicher Kontrolle aktiv zu werden. Für die unterschiedlichen Einflussbereiche im Stadtteil (Schulen, Kirchen, Vereine, Kinder-, Jugend- und Elternarbeit, Kaufmannschaft, Polizei) sollen jeweils eigene Formen der Auseinandersetzung mit dem Thema entwickelt werden.

Nach dieser Vorgabe wurde ein Arbeitskreis in Geestemünde gegründet, der sich aus den genannten Einrichtungen sowie aus privaten Vertretern des Stadtteils zusammensetzt. Zunächst wurde ein Thesenpapier entwickelt, das sich als Appell an die Bevölkerung richtete, um jeden Menschen in Geestemünde – nach seinen Möglichkeiten – aufzufordern, sich aktiv der Zivilcourage zu verschreiben. Später wurde ein öffentlicher Logo-Wettbewerb über die Nordsee-Zeitung ausgeschrieben, an dem sich über 100 Einsender beteiligten. Neben dem siegreichen Logo entwickelte sich der Slogan »Mut gegen Gewalt.«, der fortan über allen Aktivitäten des Bündnisses Verwendung findet. Mit Flyern, Straßentheaterszenen des Jugendtheaterclubs des Stadttheaters und vielen Gesprächen, verbreiteten AG-Mitglieder in der Startphase der Kampagne das Logo und die Inhalte des Thesenpapiers auf Stadtteilfesten. Ein Kurzfilm zum Themenkreis wurde von der Polizei erstellt und wird über den „Offenen Kanal“ in regelmäßigen Abständen ausgestrahlt.

Die Ausstellung einer Auswahl der eingesandten Logo-Entwürfe im Foyer der Kreissparkasse Bremerhaven/ Land Hadeln erweckte weiteres Interesse in der Bevölkerung. Im Verlauf der Aktivitäten entwickelten verschiedene teilnehmende Institutionen Einzelprojekte, deren Förderung im Rahmen der EU-Richtlinien zu prüfen war und als Gesamtkonzept am 14.1.2002 vom Präventionsrat – und in der Folge von den zuständigen Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung – bewilligt wurde.

nach oben
nach oben
Projekte

Für die Phase 1 (2002 – Mitte 2003) konnten diverse Einzel-Projekte mit einem veranschlagten Finanzvolumen von 48.000 € auf den Weg gebracht werden.

nach oben
nach oben
Material

Mit Beginn der Aktion »Mut gegen Gewalt« erging ein Auftrag an das Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Bremen, eine Evaluationsstudie zu erstellen.

Den Evaluationsbericht zur 1. Phase stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Evaluationsbericht zur 1. Phase (PDF-Dokument)

nach oben
nach oben